Mehrsprachigkeit und sprachliche Identität aus Sicht von Grundschulkindern

Internally funded project


Start date : 01.10.2025


Project details

Scientific Abstract

Ausgangspunkt ist die allgegenwärtige lebensweltliche Mehrsprachigkeit von Grundschulkindern (vgl. Gogolin et al., 2020, S. 3) sowie die Bedeutung von Mehrsprachigkeit für die Identitätsbildung (Göbel et al., 2023, S. 221; Storto, 2024). Im Sinne von Identität als dynamisch, konstruiertes Konzept (Benzehaf, 2023), gilt das Sprechen von und über Sprachen als soziale Praxis, in der Identitäten ausgehandelt werden (Fisher et al., 2020). Während zahlreiche Studien das lernförderliche Potenzial von Mehrsprachigkeit betonen (Lange & Pohlmann-Rother, 2025), ist bislang wenig erforscht, wie Kinder selbst ihre sprachliche Identität mit Blick auf Mehrsprachigkeit beschreiben und welche Bedeutungen sie einzelnen Sprachen zuschreiben (Linderoos, 2016; Busch, 2021). Diese subjektiven Perspektiven sind jedoch zentral, um mehrsprachige Identität(en) im Unterricht zu berücksichtigen und soziale Teilhabe zu stärken.

Im Rahmen der Studie wird daher die subjektive Bedeutsamkeit der eigenen Mehrsprachigkeit von Grundschulkindern fokussiert und folgende Forschungsfrage beantwortet: Wie beschreiben Grundschulkinder mithilfe multimodaler Methoden ihre sprachliche Identität und welche Bedeutung weisen sie verschiedenen Sprachen zu? Die Datengrundlage bildenmultimodale, digitale Sprachenportraits, die von Grundschulkindern im Rahmen eines Unterrichtsprojekts der Uni-Klasse an der Universität Würzburg im SoSe 2022 erstellt wurden. Ergänzend wurden Audioaufnahmen von Kurzinterviews mit den Kindern  zu Beschreibungen ihrer visuellen Darstellungen ausgewertet. Sprachenportraits sind bildlich-textuelle Abbilder des eigenen Sprachenrepertoires in Form einer Körpersilhouette (Busch, 2018, S. 2) und bieten in der digitalen Version u.a. die Vorteile einer multimodalen Gestaltung sowie der Visualisierung von Sprachmischungen (Lange, 2024). Die Sprachenportraits werden zunächst anhand einer deduktiven Basisanalyse aufbereitet (angelehnt an Coetzee-Van Rooy, 2023) und anschließend in zwei unabhängigen Kodierdurchgängen mittels induktiv-deduktiver Kategorienbildung (Kuckartz & Rädiker, 2024) konsensuell ausgewertet (Schmidt, 2013).

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